Evgeniya Hartleben-Kurakina: eine der bekanntesten sowjetischen Models der 60er

Heute bei uns im Studio ist Frau Evgeniya Hartleben-Kurakina, eines der bekanntesten sowjetischen Models der sechziger Jahre. Heute ist das ehemalige Model nur noch selten in ihrer Heimatstadt Sankt-Petersburg. Seit 30 Jahren lebt und arbeitet Frau Hartleben-Kurakina in Berlin. Mit zahlreichen Fotoausstellungen versucht sie die sowjetische Mode der 60er -70er in Bildern festzuhalten. Ab dem 3. März wird in der Berliner Galerie „Vinogradov“ eine neue Sammlung von Modefotografien aus Sowjetzeiten von Frau Hartleben-Kurakina vorgestellt. Was an der Mode der Sechziger Jahre so besonders war, dazu unterhalten wir uns jetzt mit Frau Hartleben-Kurakina.

Quelle:  Stimme Russlands

Ausstellung „Mode. Zeitsignale“

Eko – Mode

Indische nationale Schuhe mit Schnürsenkeln aus sowjetischen Schlittschuhen, Wattejacken mit Organza – Rüschen, eine klassische Jacke mit Fransen und bestickten indischen “Eyes”, ein Hut aus T-Shirts, eine Tasche aus Boots, ein Pilgerstock aus Flaschen, ein Kleid aus einer Matratze, eine Bluse aus Schwalbenschreien, ein Rock aus Windböen, eine Mütze aus dem flackernden Südhimmel mit Sonnenleuchten umbunden, Clutch aus Müllsäcken, Strumpfhosen aus Kinder Zeichnungen – das ist
bei weiterem keine vollständige Palette moderner Eco-Designer. Ein schweigender, aber heller und mutiger Aufruf das bereits Vorhandene zu nutzen und neue Produktionsmengen zu verringern.
Elemente eines solchen Kostüms sind voller Geschichte und Adel, unanhängig davon, was sie im früherem Leben gewesen waren. Unter dem Blick des Künstlers erwerben sie eine andere Interpretation und tragen die Symbole und Zeichen der Gegenwart.
Der Prozess der qualitativen Übergangs einer Sache aus dem Nichts in ein Kunstwerk kann man als “Evolution” oder “Wiedergeburt” des Kostüms bezeichnen. Der Künstler in diesem Sinne erinnert an einen Alchimisten auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Der globale Trend , am Anfang schwer und mit Mühe durch die Gesellschaft angenommen, wird jetzt zur Lebensart. Sekundäre Verarbeitung, Recycling, etc. wird zur Zeit eines der wichtigsten Argumente im Kampf für den Käufer und wird weltweit zum vielversprechenden und populären Trend.

Kuratorin Maria Erochina
3. März 2013

Ausstellung „Mode. Zeitsignale“ im März 2013 Modefotografien aus dem sowjetischen Leningrad und aus dem Sankt Petersburg von heute

Fundus der Ausstellung bilden Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Leningrader Modewelt. Die Fotografien entstammen dem einzigartigen Fotoarchiv über die Mode der 1960er und 1970er Jahre von Ewgenija Hartleben-Kurakina, einem der prägnantesten Mannequins dieser Zeit.
Die Aufnahmen legen Zeugnis darüber ab, dass sehr wohl eine „Sowjetische Mode“ existierte, und nicht nur existierte, sie war darüber hinaus auch sehr lebendig. Sie lebte durch talentierte Designer, Modefotografen und Mannequins, auch wenn darüber nur wenig im Westen bekannt ist, der Vorhang war eben doch eisern. Die Designer verliehen den Leningradern ein unverwechselbares Erscheinungsbild… Die sowjetischen Fotografen standen ihren Kollegen aus dem Westen in nichts nach und entdeckten neue Wege, Mode zu präsentieren – raus aus den Aufnahmestudios, hinaus auf die Straßen der Stadt. Dadurch entstanden gänzlich neue Sujets und eine besondere Dynamik. Auf den Laufstegen und in den Modemagazinen präsentierte man sowjetische Mannequins. Allerdings war die Anerkennung dieser Profession eine komplett andere als heute: In der Sowjetunion träumten wenige davon, Model zu werden. Es wurde als Arbeiterberuf bezeichnet und manche Models haben nebenbei studiert oder einen Beruf erlernt. Ewgenija meint sogar, die Arbeit als Model war keine prestigevolle Aufgabe. „Mir war es nahezu peinlich, über meine Arbeit zu sprechen und behauptete daher, dass ich als Verkäuferin arbeiten würde oder Studentin sei, wobei letzteres wirklich zutraf.“ Die sowjetischen Mannequins entschieden selbst, wie sie vor der Kamera posierten, sie wechselten selbst die Kleider, kümmerten sich selbst um ihre Frisuren und ihr Makeup für die Aufnahmen.
„Wir waren alle sehr unterschiedlich, was das Aussehen oder unseren Stil, die Kleider zu präsentieren, betraf. Jede von uns hatte ihre ganz eigene Art, sich auf dem Laufsteg zu bewegen. Wir waren arm, aber sehr glücklich, den Leuten etwas Freude schenken zu dürfen.
Auf den Podium so schreitend, dass man eine Spur in der Seele hinterließ, die Gleichgültigen anstieß, dass man überraschte, begeisterte und erfreute“, erzählt Ewgenija über ihren Beruf als sowjetisches Mannequin.
Die lebendigen und strahlenden Fotografien zeugen nicht nur von dem Schönheitsideal und der Entwicklung der Modeindustrie im damaligen Leningrad, sondern beflügelten auch junge Künstler, Neues auf der Grundlage von bereits Bekanntem zu schaffen. Eine Gruppe junger Künstler griff mit ihrem Projekt „Leninburg“ die Ideen und Motive der Modefotosessions von damals auf und setzten sie mit heutigen Models um. Die Künstler haben sich intensiv mit der heimischen Mode des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt, die Zeichen dieser Epoche dechiffriert und nach Parallelen zu heute gesucht. An dem Projekt wirken Olga Malygina, Maria Erochina, Alica Gil und Timor Turgunow mit. Auch diese Werke werden auf der Ausstellung gezeigt werden. Die Kuratorin der Ausstellung, Maria Erochina, wird zudem ihren Film „Heute bin ich ein Papagei“ über die bunten Fashion Victims von Sankt Petersburg zeigen.
In der Geschichte der Mode hat es immer Menschen gegeben, die mutig genug waren, zu spielen und gegen das Establishment aufzubegehren. Und das ist der Modetrend, der Windstoß, der alle Äste eines Baumes dazu bringt, sich in eine neue Richtung zu biegen. Aus den unterschiedlichen Potentialen entzündet sich der Funke. Den Initiatoren dieser Ausstellung ist sehr daran gelegen, genau dieses Thema mit interessierten Besuchern zu diskutieren.

Jüdische Galerie, Oksana Prisamd

Ausstellung »Mode. Zeitsignale«

Modefotografien aus dem sowjetischen Leningrad und aus dem Sankt Petersburg von heute. Die Stadt mit den zwei Namen.
Hauptstadt der Mode und der Kunst eines Staates mit tausend Namen. Diese Stadt ist die ewig Elegante, die für immer Auserkorene. Sie ist zu jeder Jahreszeit wunderschön und scheint Ihre Bewohner nach ihrem ganz eigenen Geschmack zu kleiden. Diese Stadt hat die unterschiedlichsten Epochen und Systeme erlebt, ihre Bewohner sahen zu jeder Zeit anders aus, aber doch immer in ihrem unnachahmlichen Stil. Die Ausstellung zeigt, welches Schönheitsideal im sowjetischen Leningrad geschaffen wurde, aber auch, welches heute im modernen Sankt Petersburg vorherrscht.
Fundus der Ausstellung bilden Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Leningrader Modewelt. Die Fotografien entstammen dem einzigartigen Fotoarchiv über die Mode der 1960er und 1970er Jahre von Ewgenija Hartleben-Kurakina, einem der prägnantesten Mannequins dieser Zeit. Die Aufnahmen legen Zeugnis darüber ab, dass sehr wohl eine »Sowjetische Mode« existierte, und nicht nur existierte, sie war darüber
hinaus auch sehr lebendig. Sie lebte durch talentierte Designer, Modefotografen und Mannequins, auch wenn darüber nur wenig im Westen bekannt ist, der Vorhang war eben doch eisern. Die Designer verliehen den Leningradern ein unverwechselbares Erscheinungsbild… Die sowjetischen Fotografen standen ihren Kollegen aus dem Westen in nichts nach und entdeckten neue Wege, Mode zu präsentieren – raus aus den
Aufnahmestudios, hinaus auf die Straßen der Stadt. Dadurch entstanden gänzlich neue Sujets und eine besondere Dynamik. Auf den Laufstegen und in den Modemagazinen präsentierte man sowjetische Mannequins. Allerdings war die Anerkennung dieser Profession eine komplett andere als heute: In der Sowjetunion träumten wenige davon, Model zu werden. Es wurde als Arbeiterberuf bezeichnet und manche Models haben nebenbei studiert oder einen Beruf erlernt. Ewgenija meint sogar, die Arbeit als Model war keine prestigevolle Aufgabe. »Mir war es nahezu peinlich, über meine Arbeit zu sprechen und behauptete daher, dass ich als Verkäuferin arbeiten würde oder Studentin sei, wobei letzteres wirklich zutraf.« Die sowjetischen Mannequins entschieden selbst, wie sie vor der Kamera posierten, sie wechselten selbst die Kleider, kümmerten sich selbst um ihre Frisuren und ihr Makeup für die Aufnahmen. »Wir waren alle sehr unterschiedlich, was das Aussehen oder unseren Stil, die Kleider zu präsentieren, betraf. Jede von uns hatte ihre ganz eigene Art, sich auf dem Laufsteg zu bewegen. Wir waren arm, aber sehr glücklich, den Leuten etwas Freude schenken zu dürfen. Auf den Podium so schreitend, dass man eine Spur in der Seele hinterließ, die Gleichgültigen anstieß, dass man überraschte, begeisterte und erfreute«, erzählt Ewgenija über ihren Beruf als sowjetisches Mannequin.
Die lebendigen und strahlenden Fotografien zeugen nicht nur von dem Schönheitsideal und der Entwicklung der Modeindustrie im damaligen Leningrad, sondern beflügelten auch junge Künstler, Neues auf der Grundlage von bereits Bekanntem zu schaffen. Eine Gruppe junger Künstler griff mit ihrem Projekt »Leninburg« die Ideen und Motive der Modefotosessions von damals auf und setzten sie mit heutigen Models um. Die Künstler haben sich intensiv mit der heimischen Mode des vergangenen Jahrhunderts
beschäftigt, die Zeichen dieser Epoche dechiffriert und nach Parallelen zu heute gesucht. An dem Projekt wirken Olga Malygina, Maria Erochina, Alica Gil und Timor Turgunow mit. Auch diese Werke werden auf der Ausstellung gezeigt werden. Die Kuratorin der Ausstellung, Maria Erochina, wird zudem ihren Film »Heute bin ich ein Papagei« zeigen, ein Film über die bunten Fashion Victims von Sankt Petersburg.
In der Geschichte der Mode hat es immer Menschen gegeben, die mutig genug waren, zu spielen und gegen das Establishment aufzubegehren. Und das ist der Modetrend, der Windstoß, der alle Äste eines Baumes dazu bringt, sich in eine neue Richtung zu biegen. Man könnte sie als edelmütige Hooligans bezeichnen, die sich über die konservative Gesellschaft lustig machen und dabei riskieren, von dieser geschmäht zu werden. Aus den unterschiedlichen Potentialen entzündet sich der Funke. Den Initiatoren dieser Ausstellung ist sehr daran gelegen, genau dieses Thema mit interessierten Besuchern zu diskutieren.

Quelle: www.kulturportal-russland.de

Modefotografien aus dem sowjetischen Leningrad und aus dem Sankt Petersburg von Heute

Die Stadt mit den zwei Namen. Hauptstadt der Mode und der Kunst eines Staates mit tausend Namen. Diese Stadt ist die ewig Elegante, die für immer Auserkorene. Sie ist zu jeder Jahreszeit wunderschön und scheint Ihre Bewohner nach ihrem ganz eigenen Geschmack zu kleiden. Diese Stadt hat die unterschiedlichsten Epochen und Systeme erlebt, ihre Bewohner sahen zu jeder Zeit anders aus, aber doch immer in ihrem unnachahmlichen Stil. Die Ausstellung zeigt, welches Schönheitsideal im sowjetischen Leningrad geschaffen wurde, aber auch, welches heute im modernen Sankt Petersburg vorherrscht.
Fundus der Ausstellung bilden Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Leningrader Modewelt. Die Fotografien entstammen dem einzigartigen Fotoarchiv über die Mode der 1960er und 1970er Jahre von Ewgenija Hartleben-Kurakina, einem der prägnantesten Mannequins dieser Zeit.

Die Aufnahmen legen Zeugnis darüber ab, dass sehr wohl eine „Sowjetische Mode“ existierte, und nicht nur existierte, sie war darüber hinaus auch sehr lebendig. Sie lebte durch talentierte Designer, Modefotografen und Mannequins, auch wenn darüber nur wenig im Westen bekannt ist, der Vorhang war eben doch eisern. Die Designer verliehen den Leningradern ein unverwechselbares Erscheinungsbild… Die sowjetischen Fotografen standen ihren Kollegen aus dem Westen in nichts nach und entdeckten neue Wege, Mode zu präsentieren – raus aus den Aufnahmestudios, hinaus auf die Straßen der Stadt. Dadurch entstanden gänzlich neue Sujets und eine besondere Dynamik. Auf den Laufstegen und in den Modemagazinen präsentierte man sowjetische Mannequins. Allerdings war die Anerkennung dieser Profession eine komplett andere als heute: In der Sowjetunion träumten wenige davon, Model zu werden. Es wurde als Arbeiterberuf bezeichnet und manche Models haben nebenbei studiert oder einen Beruf erlernt. Ewgenija meint sogar, die Arbeit als Model war keine prestigevolle Aufgabe. „Mir war es nahezu peinlich, über meine Arbeit zu sprechen und behauptete daher, dass ich als Verkäuferin arbeiten würde oder Studentin sei, wobei letzteres wirklich zutraf.“ Die sowjetischen Mannequins entschieden selbst, wie sie vor der Kamera posierten, sie wechselten selbst die Kleider, kümmerten sich selbst um ihre Frisuren und ihr Makeup für die Aufnahmen. „Wir waren alle sehr unterschiedlich, was das Aussehen oder unseren Stil, die Kleider zu präsentieren, betraf. Jede von uns hatte ihre ganz eigene Art, sich auf dem Laufsteg zu bewegen. Wir waren arm, aber sehr glücklich, den Leuten etwas Freude schenken zu dürfen. Auf den Podium so schreitend, dass man eine Spur in der Seele hinterließ, die Gleichgültigen anstieß, dass man überraschte, begeisterte und erfreute“, erzählt Ewgenija über ihren Beruf als sowjetisches Mannequin.

Die lebendigen und strahlenden Fotografien zeugen nicht nur von dem Schönheitsideal und der Entwicklung der Modeindustrie im damaligen Leningrad, sondern beflügelten auch junge Künstler, Neues auf der Grundlage von bereits Bekanntem zu schaffen. Eine Gruppe junger Künstler griff mit ihrem Projekt „Leninburg“ die Ideen und Motive der Modefotosessions von damals auf und setzten sie mit heutigen Models um. Die Künstler haben sich intensiv mit der heimischen Mode des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt, die Zeichen dieser Epoche dechiffriert und nach Parallelen zu heute gesucht. An dem Projekt wirken Olga Malygina, Maria Erochina, Alica Gil und Timor Turgunow mit. Auch diese Werke werden auf der Ausstellung gezeigt werden. Die Kuratorin der Ausstellung, Maria Erochina, wird zudem ihren Film „Heute bin ich ein Papagei“ zeigen, ein Film über die bunten Fashion Victims von Sankt Petersburg.

In der Geschichte der Mode hat es immer Menschen gegeben, die mutig genug waren, zu spielen und gegen das Establishment aufzubegehren. Und das ist der Modetrend, der Windstoß, der alle Äste eines Baumes dazu bringt, sich in eine neue Richtung zu biegen. Man könnte sie als edelmütige Hooligans bezeichnen, die sich über die konservative Gesellschaft lustig machen und dabei riskieren, von dieser geschmäht zu werden. Aus den unterschiedlichen Potentialen entzündet sich der Funke. Den Initiatoren dieser Ausstellung ist sehr daran gelegen, genau dieses Thema mit interessierten Besuchern zu diskutieren.

Maria Erokhina